News & Info > Archiv > Weinjahr 2009
Erstaunlich was ein Jahr mit diesen Wetterkapriolen an hohen Qualitäten zu bringen im Stande war. Warmes und sonniges Herbstwetter bis Anfang Oktober brachte gesundes Traubenmaterial mit idealer Reife, und kühle Nächte sorgten dafür, dass auch die Aromabildung in den Beeren perfekt von statten ging. Der einzige Wermutstropfen des Jahrgangs 2009 ist die geringe Erntemenge, verursacht durch schlechtes Blütewetter und Verrieselungsschäden.
Der Witterungsverlauf im Burgenland
Der Winter verlief im Jahr 2009 eher durchschnittlich. Untypisch waren aber sehr kalte Phasen, die dann wieder von sehr milden Tagen abgelöst wurden. Im Jänner gab es beispielsweise im Burgenland Temperaturen bis über 13 °C. Die Niederschläge waren regional unterschiedlich, aber eher reichlich. Im Weinbaugebiet Neusiedlersee gab es im Februar fast die dreifache Menge an Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt..
Im weiteren Jahresverlauf gab es bei der Witterung ebenfalls ein hin und her. Ein sehr feuchter März wurde von einem sehr warmen und zu trockenen April abgelöst. Im Mai war es dann wieder kühler, begleitet von reichlichen Niederschlägen zu Monatsende. Die Blüte im Burgenland begann Ende Mai programmgemäß.
Der Juni sorgte für Rekordniederschläge. Hochwasser und Überflutungen waren die unangenehmen Folgen. Mit teilweise der drei- bis vierfachen Regenmenge war dieser Monat gerade in den Weinbaugebieten Österreichs und somit auch im Burgenland der feuchteste seit 50 Jahren. Auch im Juli setzte sich der Trend zu einem regenreichen0000 aber warmen Sommer fort.
Der heiße und vorwiegend trockene August förderte die Färbung und Zuckereinlagerung in den Weintrauben. Danach gab es bis Anfang Oktober ideale Bedingungen für den Reifeverlauf der Trauben. Im weiteren Verlauf des Herbstes förderten zudem warme, trockene Tage und kalte Nächte die Aromenausbildungen und brachten gesunde, vollreife Trauben hervor. Der Jahrgang 2009 bescherte uns einen sehr frühen Lesebeginn für die Frühsorten, perfekte Bedingungen für die Rotweine und saubere Botrytis (Edelfäule) für die Prädikatsweine.
Klein, aber fein
Die Weißweine des Jahrgangs 2009 zeigen eine perfekte Kombination von Reife, Fruchtfülle und Komplexität. Speziell am Gaumen präsentieren sich diese Weine außerordentlich harmonisch. Der Bilderbuchherbst war dafür verantwortlich, dass sich bei den Rotweinen konzentrierte Farbe, Frucht mit Extraktsüße, Tannin und Dichte vereinen. Kurz gesagt: Tolle Vorzeichen für einen großen Jahrgang.
Auch die Süßweinspezialisten kamen im Jahr 2009 nicht zu kurz. Der eine oder andere Regen zum richtigen Zeitpunkt ließ die Edelfäule geradezu sprießen. Von der Spätlese bis zur Trockenbeerenauslese konnte jeder Prädikatsweinwunsch erfüllt werden und auch die Eisweinwinzer wurden noch vor Weihnachten mit einer intensiven Frostperiode beglückt.
Weine mit Struktur und Charakter, Frucht und Finesse, Reife und Pikanz charakterisieren diesen Jahrgang. Die Erntemenge 2009 liegt zwar deutlich unter dem langjährlichen Durchschnitt, dafür dürfen sich die Weinliebhaber aber auf beste Qualitäten aus dem Burgenland freuen.