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Burgenland und der Wein

Die Wein Burgenland ist der Marketingarm des Regionalen Weinkomitees Burgenland und in diesem Zusammenhang verantwortlich für die Konzeption und auch Umsetzung von gezielten Marketingmaßnahmen. Ziele des Vereines sind den Bekanntheitsgrad burgenländischer Weine sowohl im Inland als auch im Ausland zu heben und den Absatz zu fördern, die Bündelung aller Aktivitäten rund um den burgenländischen Wein und die Entwicklung neuer Potentiale und Produkte.

Seit dem September 2007 ist der Donnerskirchner Andreas Liegenfeld Obmann der Wein Burgenland. Seine beiden Stellvertreter sind der Andauer Erich Scheiblhofer und Alfred Fischer aus Stöttera. Auch in der Geschäftsführung gab es im Laufe des Jahres 2007 einen Wechsel: Der Eisenstädter Christian Zechmeister ist die Nachfolge von Willi Balanjuk angetreten.

Wir haben den Obmann der Wein Burgenland Andreas Liegenfeld und auch den GF der Wein Burgenland Christian Zechmeister zu einem kurzen Gespräch gebeten:

Herr Zechmeister, wie würden sie kurz das Weinland Burgenland charakterisieren?
Das Burgenland ist ein kleines aber feines Weinbauland mit einer großen Anzahl an unterschiedlichen Weinstilen und als solches sollten wir auch auftreten. Mengenmäßig können wir mit den Global Playern nicht mithalten, aber in Bezug auf Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis müssen wir uns keiner Konkurrenz scheuen. Speziell unsere autochthonen Rebsorten machen uns unverwechselbar und interessant für den Konsumenten.

Herr Liegenfeld, worin liegen ihrer Meinung nach die Stärken des burgenländischen Weines?
Die Weinlandschaft  im Burgenland ist eine sehr vielschichtige. Man findet qualitativ hochwertige fruchtige Weißweine, komplexe Rotweine, elegante Schaumweine und auch edelsüße Besonderheiten. Diese Weinvielfalt lässt die Herzen von Weinliebhabern höher schlagen. Außerdem sind unsere Weine tolle Speisenbegleiter, die besonders gut zur pannonischen Küche passen.

Eine weitere Stärke ist meiner Meinung nach auch die Geschlossenheit mit der sich die Winzer national und international präsentieren. In Fachmagazinen wird in diesem Zusammenhang oft über die Winzergemeinschaften des Burgenlandes berichtet. Persönlich zeige ich meinen Gästen auch die wunderschöne heimische Landschaft und touristische Besonderheiten, denn damit können wir auf der emotionalen Ebene punkten.
 
Welche Neuerungen bzw. Besonderheiten gab es am Weinmarkt im Jahr 2009?
Liegenfeld: 2009 war sicherlich ein sehr spannendes Jahr und es hat sich sehr viel getan. Ich möchte aber auf eine wichtige Neuerung im Detail eingehen. Diese betrifft das neue Weingesetz, das für uns einige Änderungen in den Bereichen Vinifikation, Weinkontrolle und Bezeichnung bringt. Speziell der Punkt „Änderung im Bezeichnungsrecht“ ist auch für die Konsumenten ein interessanter:

Über die Weine mit Herkunftsangabe wird zukünftig das Herkunftsschutzsystem des EU-Lebensmittelrechtes gestülpt. Demnach wird es in Zukunft „Weine mit Herkunft“ und „Weine ohne Herkunft“ geben. Weine mit Herkunft sind in Österreich die Qualitätsweine und die Landweine, die eine Herkunft tragen. Hier ändert sich für den Konsumenten nichts.

Bei den Weinen ohne Herkunft entfällt der Begriff „Tafelwein“ und wird durch Begriff „Wein“ ersetzt. Eine wichtige Neuerung in diesem Bereich die Einführung einer neuen Kategorie, nämlich die Einführung eines Weines ohne nähere Herkunftsangabe als das Mitgliedsland (in unserem Fall Österreich), jedoch mit der Möglichkeit der Angabe von Rebsorte und Jahrgang auf dem Etikett. Da diese Weinkategorie in ähnlicher Weise wie Landwein vermarktet wird, werden im neuen Weingesetz auch ähnliche Voraussetzungen für diese Weinkategorie vorgesehen. Daher hat dieser Wein in Aussehen, Geruch und Geschmack fehlerfrei zu sein und wird dem Hektarhöchstertrag unterworfen.

Die Kategorie Wein ohne Herkunftsangabe und ohne Angabe von Sorte und Jahrgang ist so wie praktisch ident mit der bisherigen Kategorie „Tafelwein“.

Wie erkennt der Konsument einen Qualitätswein aus dem Burgenland?
Zechmeister:
Das wichtigste Zeichen für den Konsumenten ist die rot-weiß-rote Banderole am Flaschenhals. An ihr erkennt der Konsument einen österreichischen Qualitätswein. Ganz nach dem Motto „wo rot-weiß-rot“ drauf ist, ist Österreichischer Qualitätswein drinnen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Herkunft. Trägt ein Wein als Herkunftsbezeichnung „Burgenland“ oder handelt es sich um einen DAC-Wein, so muss dieser Wein zu 100% aus dem Gebiet stammen.

Welche Ziele/Strategien verfolgt die Wein Burgenland in punkto Herkunftsmarketing?
Liegenfeld:
Unser Ziel ist es, im Burgenland regionale Gebiete mit geschützter Herkunft zu definieren. Mit dem DAC Mittelburgenland haben wir schon ein Erfolgsmodell. In diesem Jahr wurde zudem Leithaberg DAC definiert, die ersten herkunftsspezifischen Weine aus diesem Gebiet werden ab 1. September 2010 auf den Markt kommen. Im Südburgenland gibt es konkrete Ansätze -  Weinstilistik, Sortenwahl und Qualitätskriterium werden bereits diskutiert. In naher Zukunft sollen daher auch das Südburgenland in ein DAC System eingebunden werden. Mit gutem Willen und Kreativität wird man auch im Weinbaugebiet Neusiedlersee zu einem erfolgsorientierten Modell finden.

Dann könnten wir mit unserer gut positionierten Dachmarke Burgenland, darunter mit geschützten Herkunftsmarken, auf dem internationalen Weinmarkt sehr transparent und mit einfachen Werbebotschaften auftreten. Regionale Herkunftsmarken sind für das kleine Österreich sicher eine Chance, um auf dem großen internationalen Weinmarkt besser zu bestehen.

Worin liegen die Schwerpunkte der Wein Burgenland im Jahre 2010?
Zechmeister: Das Arbeitsspektrum wird im kommenden Jahr mit Sicherheit ein sehr vielfältiges werden. Es reicht über Medienarbeit und PR-Aktivitäten, die Produktion diverser Werbemittel, Kooperationen mit der ÖWM, dem LEH, der WKÖ, der LWK, der Österreich Werbung und dem Burgenland Tourismus, bis hin zur Organisation und Durchführung diverser Veranstaltungen.

Highlights werden sicherlich unsere Burgenland-Präsentationen sein, bei denen die Weinliebhaber die Möglichkeit haben die gesamte Weinvielfalt des Burgenlandes kennenzulernen und zu verkosten. Die Termine im kommenden Jahr sind:

•    Linz: 25. Feber 2010
•    Wien: 8. März 2010
•    Bratislava: 16. April 2010
 

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